Kunst – Forschung – Geschlecht: Rematriation – Feminist Perspectives on Restitution

Kunst – Forschung – Geschlecht: Rematriation – Feminist Perspectives on Restitution

Rematriierung – Feministische Perspektiven zur Restitution

Die Vortragsreihe Kunst – Forschung – Geschlecht legt im Studienjahr 2026-2027 ihren Fokus auf das Thema Rematriierung.

Sie betrachtet Praktiken der Rematriierung als Herausforderung gegenüber kolonialen Logiken von Eigentum, Rückgabe und Wert, blickt dabei über symbolische Gesten und die Rückgabe kolonialer Objekte hinaus und setzt ihren Fokus auf Beziehungen zu Land, Vorfahren, Gemeinschaft, und mehr- als-menschliche Verwandtschaften.

Die Reihe basiert auf einer feministischen, dekolonialen Kritik von Kunst, Kulturerbe sowie kulturellen Institutionen und lässt sich von den anhaltenden Forderungen nach Rematriierung inspirieren, die von Indigenen, Schwarzen, People of Colour und Global Majority-Wissenschaftler*innen, Künstler*innen und Kulturschaffenden artikuliert werden.

Ausgehend von Rahmenwerken wie Francoise Vergès A Programme of Absolute Disorder – Decolonising the Museum [1] oder Nish Doshis Calling for Rematriation: Art, Heritage, and Sovereignty [2] beschäftigt sich die Vortragsreihe mit Rematriierung, einer radikalen Form der Restitution, als gelebte, umstrittene und relationale Praxis, die es ermöglicht, ein Zusammenleben anders zu denken.

Aus feministischer Perspektive wird Rematriierung nicht nur in rechtlicher oder wirtschaftlicher Hinsicht verstanden, sondern auch als Erweiterung oder Konkretisierung der Forderung nach Restitution in Bezug auf epistemische, ökologische, kulturelle und spirituelle Verantwortung, Wiedergutmachung und Neukonzeptionen (Eve Tuck 2011, [3]).

Der Begriff erweitert die Perspektive auf Restitution und Wiedergutmachung, indem er sie als Methode darstellt: Die Rückgabe kultureller, spiritueller oder materieller Güter an indigene Gemeinschaften wird zusammen mit Prinzipien betrachtet, die mit Weiblichkeit und Fürsorge verbunden sind. Dieser Ansatz steht im Gegensatz zum kolonialen oder militärischen Konzept der Repatriierung. Rematriierung umfasst Restitution, Wiedergutmachung/Reparation und epistemologischen Wandel.