Die Ethik der Psychoanalyse

Die Ethik der Psychoanalyse

Im Zusammenhang mit der Veranstaltung „Wir alle sind Exilanten“ des Forum Zadig (Neues Lacansches Feld, Wien), die am 6. April 2019 an der Universität für Angewandte Kunst stattfindet, versucht die Lehrveranstaltung, die praktischen und theoretischen Implikationen der Psychoanalyse im Kontext der aktuellen politischen Situation zu thematisieren. Gegen neurechte Einschließungs- und Abgrenzungs-Rhetoriken wird es darum gehen, einen aufgeklärten Universalismus als Grundlage jeder psychoanalytischen Ethik zu behaupten. Ethik ist jedoch, vor dem Hintergrund der psychoanalytischen Theorie-Entwicklung gesehen, keinesfalls ein einfaches und eindeutiges Geschäft. Die Frage nach der Ethik als individueller Handlungsorientierung betrifft sowohl die kulturellen und sozialen Voraussetzungen der Psychoanalyse selbst als auch die daraus ableitbaren Möglichkeiten und Grenzen jeder ‚aufgeklärten’ Politik. Weniger die reine Theorie soll im Zentrum der Lehrveranstaltung stehen als die Praxis, verstanden als Frage nach den Möglichkeiten einer psychoanalytischen ‚Intervention’ jenseits der Couch.

Literatur:

Sigmund Freud, Die „kulturelle“ Sexualmoral und die moderne Nervosität, 1908

Sigmund Freud, Das Ich und das Es, 1923

Sigmund Freud, Das Unbehagen in der Kultur, 1929

Hannah Arendt, Wir Flüchtlinge, 1943

Jacques Lacan, Das Seminar. Buch 7. Die Ethik der Psychoanalyse, 1986

Slavoj Zizek, Die politische Suspension des Ethischen, 2005

Eli Zaretzky, Political Freud. A History, 2015