Abschied – feministisch. Erinnerungskultur und Übergänge

Abschied – feministisch. Erinnerungskultur und Übergänge

In diesem Seminar geht es nicht – wie man vermuten könnte – um einen Abgesang auf das Patriarchat (das auch), sondern explizit um den – literarischen – Abschied der Töchter von ihren Müttern.

Was ist mit den Enkelinnen der „Mothers of Revolution“ los?

Simone de Beauvoir widmet sich zum Beispiel  in „Ein sanfter Tod“ dem Sterben ihrer Mutter, Helene Cixous spannt den Bogen des Lebens umgekehrt: in ihrem Buch „Meine Homere ist tot“, verwandelt sich die 103 Jahre alte Mutter wieder zum Embryo, wobei antike Helden die Paten sind, die österreichische Ärztin Melitta Breznik findet sachlichere, aber nicht weniger berührende Worte in ihrer „Chronik eines Abschieds“. 

Einem Neuanfang geht meist ein Abschied voraus. Auch Generationenwechsel sind mit Verabschiedungen verbunden, mit emanzipatorischen Akten. Oder sind wir auf eine reaktionäre Schiene geraten?

Diese delikaten Übergänge und Ränder der Selbstwahrnehmung sollen ebenso wie die wieder neu ins Bewusstsein gerückte Diskussion um die Erinnerungskultur – sei es als postkoloniale Altlast oder im Sinne von Judith Butlers „Theorie des Versammlung“ – behandelt werden.

Darüber hinaus wollen wir uns den künstlerischen Strategien von Erinnerung widmen. Wer wird wo und wodurch erinnert? 

Die Schwerpunkte des Seminar sind philosophisch, feministisch und kunsttheoretisch-künstlerisch. 

Die Texte werden auf die Own cloud (base) gestellt, sie begleiten uns, sind als Ausgangspunkt anregender Diskussionen zu verstehen.

Keine Vorkenntnisse nötig.